Warum wirken die meisten Anti-Falten-Cremes nicht?

Wie wirkt eine Anti-Falten-Creme? Welche Voraussetzungen muss sie mitbringen? Wie ist die Haut aufgebaut? Welche Wirkstoffe machen eine gute Antifaltencreme aus? Warum sind gute Antifaltencremes teuer? Das liest du hier in diesem Artikel.

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Wie ist die Haut aufgebaut und warum bekommen wir Falten?

Unsere Haut ist in mehrere Schichten aufgebaut. Ganz oben ist die Oberhaut, dann kommt die Lederhaut und die Unterhaut. Die Oberhaut schützt die darunterliegenden Schichten vor Staub, Schmutz, Austrocknung und UV-Strahlung. In der Lederhaut kommt der spannende Teil: Die Kollagenfasern. Diese stabilisieren die Haut, sie sind angeordnet wie ein dreidimensionales Gitter. Mit zunehmendem Alter verschwinden einzelne Kollagenfasern und werden insgesamt weniger fest. Ist das Gitter instabil, entstehen Falten. Die Unterhaut verliert an Feuchtigkeit, wird weniger elastisch und die Spannkraft geht verloren.

Bereits ab 25 nimmt die Kollagenproduktion ab. Kollagen, das wichtigste Strukturprotein im menschlichen Körper, ist jedoch nicht nur für die Festigkeit der Haut verantwortlich. Auch in Knochen, Zähnen, Knorpeln, Sehnen und Bändern ist das Protein zu finden. Kollagen kann unglaubliche Mengen an Wasser speichern, wodurch die Haut prall und glatt wird.

Was kann man gegen Falten tun?

Falten sind Ausdruck der Alterung unseres Körpers. Wir können die Alterung nicht aufhalten, aber deutlich verlangsamen. Besonders wichtig ist gesunde Ernährung, UV-Strahlen möglichst zu vermeiden, nicht zu rauchen, keinen Alkohol und viel Wasser zu trinken. Auch Bewegung ist ein großer Faktor, der unsere Hautgesundheit beeinflusst.

Wichtig ist besonders, dass die Haut sanft gereinigt und sehr gut gepflegt wird. Denn dann ist sie für vieles gewappnet, was ihr am Tag widerfährt. Der wichtigste Bestandteil der Pflege ist ein Anti-Falten-Serum, das Kollagen und Vitamine enthält und Feuchtigkeit spendet. Zudem sollte man die Pflege stets mit einer ölhaltigen Creme abschließen.

Was ist ein Anti-Falten-Serum?

Anti-aging ist der Beauty-Traum schlechthin. Die besten Produkte am Markt enthalten nicht nur Vitamine, sondern auch die pflanzlichen Begleitstoffe. Dadurch können die Vitamine überhaupt erst wirken und Falten abmildern. Zudem sollten pflegende Öle enthalten sein, die die Falten wieder glätten. Ein Anti-Falten-Serum sollte so leicht sein, dass es schnell einzieht und somit noch Make-up darüber verwendet werden kann.

Warum wirkt manch Anti-Falten-Creme nicht?

Unzählige Anti-Falten-Wirkstoffe schwirren täglich über den Bildschirm. Von Kollagen bis Hyaluronsäure, von Coenzym Q10 bis Vitamin C, von Retinol bis Allantoin: all diese Stoffe haben eines gemeinsam. Sie müssen irgendwie unter die Haut kommen und benötigen dann auch noch einen Schlüssel um dort wirken zu können. Man nennt diese Schlüsselstoffe Begleitstoffe. Es genügt also nicht, die Anti-Aging-Wirkstoffe in Vaseline zu packen und auf die Haut zu schmieren. Das ganze ist viel komplexer und erfordert eine besondere Kenntnis der biochemischen Vorgänge in unserer Haut.

Anti-Falten-Creme

Viele Angi-aging Produkte halten deshalb einem Test nicht stand. Denn zudem müssen die  Vitamine und andere Wirkstoffe in sogenannter Wirkstoffmenge enthalten sein, um überhaupt wirken zu können. Meist ist jedoch die Menge der teuren Wirkstoffe so gering, dass man davon keine Wirkung erwarten kann. Oder es fehlen Transportstoffe, die nötig sind um die Wirkstoffe zur Lederhaut zu bringen, wo sie dann überhaupt erst wirken können. Zudem sind in so mancher Antifaltencreme auch Inhaltsstoffe wie Vaseline, die interessanterweise Faltenbildung fördern.

Wie wirkt eine Anti-Falten-Creme?

Nachdem es auf der Haut aufgetragen ist werden die im Serum enthaltenen Wirkstoffe mit Transportstoffen in die Haut verbracht. Dort bauen sie die Kollagenfasern wieder auf, regen die körpereigene Kollagenproduktion wieder an und nähren mit Feuchtigkeit und wertvollen Ölen die Lederhaut. Diese wird dadurch deutlich praller und voller und somit glätten sich nach und nach die Falten. Auch die Durchblutung bessert sich, wodurch der Teint wieder frischer und gesunder wirkt.

Wie wird Kollagen aufgebaut?

In der Lederhaut wird in sogenannten Fibroblasten Kollagen gebildet. Vitamin C ist ein Wirkstoff, der dazu benötigt wird. Zudem hemmt er den Abbau von Kollagen, genau wie Vitamin E. Karotinoide schützen die Haut vor den schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung, die den Abbau von Kollagen beschleunigt. Wird die Haut also mit den richtigen Nährstoffen versorgt und gelangen diese dorthin, wo sie benötigt werden, so stehen die Chancen gut, dass Antifaltencremes das Erscheinungsbild der Haut wieder verjüngen.

Wie lange dauert es, bis ein Anti-Falten-Serum sichtbare Glättung hervorbringt?

In der Regel ist bei einer guten Anti-Falten-Creme binnen vier bis sechs Wochen eine sichtbare Glättung der Haut erkennbar. Voraussetzung ist natürlich, dass die Antifaltencreme regelmäßig aufgetragen wird. Am besten übrigens abends, da hier die Haut ansonsten keinen anderen Einflüssen ausgesetzt ist und die Umgebung mit Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit mehrere Stunden gleich bleibt.

Gibt es auch Anti-Falten-Creme mit Sofortwirkung?

Soforteffekt Falten weg: Umgangssprachlich wird das Botox-Effekt genannt, weil die Haut sofort innerhalb weniger Minuten glatt und straff wird. Dieser Effekt hält jedoch nicht lange an, maximal nach 12 Stunden lässt die Wirkung wieder nach. Es gibt viele verschiedene Varianten, wie das vonstatten geht. Manche dieser Produkte verstärken jedoch im Anschluss die Faltentiefe und schädigen die Haut, deshalb sollte man hier äußerst vorsichtig sein. Antifaltencremes rein aus der Naturkosmetik sind jedoch weitestgehend unbedenklich.