Gift im Badezimmer: 16 Stoffe, die Kinder bereits im Mutterleib gefährden

Hormonbelastung durch Körperpflege: Jedes vierte Pflege- und Kosmetikprodukt auf dem deutschen Markt enthält hormonell wirksame Chemikalien. Diese Stoffe dienen vor Allem als Konservierungsmittel und UV-Filter. Vom Haarwachs bis zum Babyshampoo: das komplette Badezimmer stellt eine potenzielle Giftquelle dar. Vor allem für ungeborene Kinder, die im Mutterleib alles schonungslos über die Plazenta aufnehmen, was die Mutter auf die Haut bringt.

Dazu muss man wissen, dass die Haut keine Plastikfolie ist. Alles, was wir auf die Haut geben, von Körperpflege bis Reinigungsmittel, ist in Minuten im Blut nachweisbar. Denn die Haut ist ein Organ, das sowohl Stoffe nach innen als auch nach außen transportiert.

VerbraucherInnen sollten Produkte meiden, die hormonell wirksame Chemikalien enthalten. Stattdessen sollten Sie zu sicheren Alternativen greifen. Dies gilt insbesondere für die Risikogruppen Schwangere, Kinder und Jugendliche in der Pubertät.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2013 hormonell wirksame Chemikalien als globale Bedrohung eingestuft.

Hormonbelastung durch Kosmetika

Hormonaktive Stoffe, also Chemikalien, die im Körper wie Hormone wirken, gelangen über die Abwassersysteme bis in Flüsse und Meere und machen weltweit Korallen, Fische und Meeresschnecken unfruchtbar. Die Korallenbleiche beispielsweise wird zu 10 % durch Sonnenschutzmittel (!) verursacht. UV-Schutzfilter wie 4-MBC sind mit 40 – 90 ng/g Fett im Speisefisch nachweisbar. Beim Menschen werden die Männer unfruchtbarer, das Hormonsystem von Frauen gerät durcheinander. 

Weitere hormonaktive Stoffe sind einige Duftstoffe, Parabene, Konservierungsmittel und manche UV-Filter, Spritzmittel, Kunststoff-Flaschen und Flammschutzmittel. Die Zeugungsfähigkeit der Männer (die Qualität der Spermien leidet nachweisbar drastisch) hat seit den 50er-Jahren deshalb dramatisch ab- und hormonsensitive Krebserkrankungen wie Brust-, Prostata- und Hodenkrebs dramatisch zugenommen. Jedes 4. Paar ist mittlerweile ungewollt kinderlos.

Bei Mädchen setzt die Pubertät zunehmend verfrüht ein. Die Anreicherung der UV-Filter ist nicht nur in Speisefischen, sondern sogar in Muttermilch nachweisbar. Vor allem Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende sind durch hormonell wirksame Chemikalien gefährdet. Denn diese Stoffe können die gesunde Entwicklung stören.

Vorsicht: Cocktailwirkung

Human-Biomonitoring-Studien zeigen, dass jeder Mensch eine Vielzahl von Chemikalien im Körper hat. Weitere Studien zeigen, dass sich hormonell wirksame Chemikalien gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken können. Sie wirken dann sozusagen als Chemiecocktail, der einen deutlichen Effekt haben kann, selbst wenn die einzelnen Stoffe in so niedrigen Dosen vorhanden sond, dass sie alleine keinen beobachtbaren Effekt besitzen.

Beim Mischen verschiedener gleichartiger Substanzen geht man davon aus, dass sich die Wirkung jeweils addiert. Insbesondere Frauen im Gebärfähigen Alter sind nicht genügend vor den Kombinationseffekten durch hormonell wirksame Chemikalien geschützt. Besonders tückisch: bei manchen Substanzen genügt bereits der einmalige Kontakt für eine dauerhafte Schädigung.

Die Risikobewertung der EU berücksichtigt diesen Cocktaileffekt aktuell nicht. Sie konzentriert sich auf Grenzwerte für einzelne Stoffe. Die WHO geht davon aus, dass die Risiken, die von Kombinationswirkungen hormonell wirksamer Chemikalien ausgehen, stark unterschätzt werden.

16 hormonell wirksame Stoffe in Kosmetika

  • Konservierungsmittel: Methylparaben, Propylparaben, Ethylparaben, Butylparaben
  • UV-Filter: Ethylhexyl Methoxycinnamate (OMC), 4-Methylbenzylidene Camphor, 3-Benzylidene Camphor
  • UV-Absorber3: Bezophenone-1 und Benzophenone-2
  • Haarfärbemittel: Resorcinol
  • Conditioner für Haut und Haare: Cyclotetrasiloxane
  • Antioxidationsmittel: Butylhydroxyanisol (BHA)
  • Schutz vor Bakterien: Boric Acid
  • Denaturierungsmittel: Diethyl phthalate
  • Hautpflegemittel: Hydroxycinnamic acid
  • Hautschutzmittel: Dihydroxybiphenyl

Diese Stoffe sind meist nicht akut giftig. Sie können jedoch wichtige Entwicklungsprozesse stören, die in ganz bestimmten Zeitfenstern des Wachstums ablaufen. 

Wie kann ich mich schützen?

Es ist für den Verbraucher sehr aufwändig, alle gefährlichen chemischen Substanzen zu kennen und mit den Inhaltsstofflisten der Produkte in der Drogerie zu vergleichen. Deshalb gibt es bereits verschiedene Apps, die die Auswahl erleichtern. Dazu gehören unter Anderem der ToxFox vom BUND sowie codecheck. Mittels derer kann einfach der Barcode der Produkte wie an der Kasse gescannt werden. Daraufhin erhält man eine Einschätzung der Inhaltsstoffe, sofern das Produkt in der Datenbank hinterlegt ist. Auch auf den jeweiligen Internetseiten können die Produkte entsprechend auf eventuelle Hormonbelastung analysiert werden.

Gibt es Hersteller, die gänzlich auf schädliche Chemikalien verzichten?

Ja, die gibt es. Viele Naturkosmetikhersteller verzichten auf diese Inhaltsstoffe. RINGANA hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich Wirkstoffe in allen Produkten einzusetzen, die weder bei der Ernte, noch im Körper, noch in der Natur Schaden anrichten. Denn unsere Erde ist nicht ersetzbar.

Quelle: Studie BUND