Nachhaltigkeit | Im Interview: Margret Weirauch

Margret, du bist erfolgreiche ulmer Unternehmerin und vergoldest Wände und Gegenstände (wow, sogar ein Macbook!) mit Ihre Raumentfaltung. Privat bist du sehr gesundheitsbewusst und sportlich und achtest bewusst auf die Ernährung deiner Familie. Wie spiegelt sich Nachhaltigkeit in deiner alltäglichen Wahrnehmung?

Liebe Isabelle, vielen Dank für Dein Interesse! Ja, Gesundheitsbewustsein gehört mit zu meinem Leben. Ich finde es schwierig hundertprozentig nachhaltig zu Leben, da man sich ganz intensiv mit dem Thema auseinandersetzen muss. Eine Bio-Produkt-Kennzeichnung bedeutet ja nicht gleich, dass das Produkt tatsächlich in meinem Sinne nachhaltig hergestellt worden ist. Ich finde neben dem Zeitaspekt, den man investieren muss, ist auch der Kostenfaktor für viele ein Hindernis sich ganz und gar nur auf die guten Produkte zu stürzen. 

Was bedeutet für dich das Wort Nachhaltigkeit?

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit zum einen, dass es mir auf lange Sicht etwas bringt, etwa, dass Nahrungsmittel auch "gesund machen", wichtige Nährstoffe noch vorhanden sind. Zum anderen bedeutet es einfach, dass bei der Herstellung der Produkte auch auf die Umwelt geachtet wird, um es mal ganz allgemein zu formulieren. Ich versuche, nichts von Nestle zu kaufen, da dieser Konzern die Welt ausbeutet. (https://www.naturwelt.org/was-tun/raubtierkapitalismus/nestl%C3%A9/)

Warum ist dir Nachhaltigkeit besonders wichtig?

Ich denke, jeder muss tun, was er kann, um unsere Welt zu einem besseren Ort werden zu lassen. In meiner Kinder- und Teeniezeit war Umweltschutz gefühlt das wichtigste Thema überhaupt. Das hat mich schon geprägt.

Welchen Aspekt des Umweltschutzes hast du dabei besonders im Auge?

Ich habe diese Dinge für mich getrennt noch nie betrachtet. Alles hängt zusammen.

Begegnet dir Nachhaltigkeit auch in deinem Beruf?

Nachhaltigkeit ist auch bei den Malern ein Thema. Zum einen werden durch Umweltbestimmungen die Farbstoffe verändert und an die Bestimmungen angepasst. Lösemittelhaltige Stoffe begegnen mir im Berufsalltag nur noch selten. Da wird alles stetig weiterentwickelt. Zum anderen arbeite ich auch gerne mit natürlichen Stoffen, Stichwort Restauration, Kalkspachteltechnik oder Pigmentfarbe. Gerade alte Anstrichmöglichkeiten wie Lehm oder Kalk sind in der heutigen Zeit wieder sehr gefragt und spiegeln den Zeitgeist des Bewusstwerdens für sich selbst und der Natur gegenüber.

Achtest du beim Einkauf auf besonders nachhaltige Aspekte?

Bei bestimmten Dingen durchaus. Ich kaufe im Vergleich dann schonmal eher vom Bauer aus der Region als von "Hä? Keine Ahnung wo das herkommt?" Vor allem beim Fleisch. Das essen wir sehr selten und da macht Qualität auch zusätzlich noch einen riesen Unterschied. Wenn die Qualität aber vergleichbar ist zwischen den Produkten und nur der Preis das angeblich bessere und nachhaltigere Produkt kennzeichnet und ich sonnst keinen Anhaltspunkt habe, kaufe ich günstiger ein.

Wie lebst du Nachhaltigkeit im Alltag?

Als DDR-Kind bin ich es gewohnt, dass man nicht für alles eine Plastiktüte braucht und bedacht mit den Dingen umgeht. Wir kaufen an der Kasse keine Plastiktüten. Es gibt Körbe und Beutel. Bei uns wird nie etwas im Kühlschrank schlecht. Ich kaufe das, was wir brauchen. Wir haben keine Tiefkühltruhe.  Alles, was ich nicht mehr brauche, verkaufe, verschenke oder spende ich. Die Zisterne bringt Wasser für den Garten. Das sind glaube ich die wichtigsten Dinge. Fahrrad und Bus, Zug versteht sich von selbst.

Hast du einen besonders nachhaltigen Tipp für unsere Leser?

Als ich in einer Sendung von Rach (Fernsehkoch, Anm. Isabelle Jürgens) gesehen hatte, dass viele Leute einmal in der Woche den Inhalt ihres Kühlschrankes wegwerfen müssen, war ich sehr erschüttert! Mal aufschreiben, was jeder so die Woche über isst, wer wann überhaupt da ist und daraus einen Einkaufsplan entwickeln. Das wäre an dieser Stelle mein Tipp. Da kann man sicher auch Geld sparen.

Margret Weirauch ist Malermeisterin in Ulm. Sie ist spezialisiert auf die Veredelung von Wänden mit Edelmetallen. Mehr Infos unter https://margret-weirauch.de/

Nachhaltigkeit | Im Interview: Margret Weirauch

Margret Weirauch, Malermeisterin, vergoldet Wände