Nachhaltigkeit – was ist das überhaupt?

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Jeder redet gerade von Nachhaltigkeit. Viele Leute fragen mich, Isabelle, was ist eigentlich Nachhaltigkeit? Und wie machst du das im Alltag? Ist das nicht kompliziert und aufwändig?

Was bedeutet Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet per Definition, dass etwas von länger andauernde Wirkung ist. Ursprünglich kommt dieser Begriff aus der Forstwirtschaft, Nachhaltigkeit bedeutet hier, dass nicht mehr Holz geschlagen werden darf als jeweils nachwachsen kann. In der Ökologie bedeutet Nachhaltigkeit Ressourcenschonung. Es geht darum, dass man nicht mehr verbrauchen soll, als künftig nachwachsen oder sich regenerieren oder jemals wieder bereitgestellt werden kann.

Nachhaltigkeit bedeutet mehr als Ressourcen schonen

Für mich persönlich kommt zur Nachhaltigkeit auch noch das persönliche Gewissen hinzu. Denn Nachhaltigkeit schließt für mich auch Ethik ein.

Ethik bedeutet für mich, dass man lebt und leben lässt, dass man andere nicht verletzt und niemandem aufzeigt, was er zu tun hat. Das keiner irgendwelche Schranken gewiesen wird, dass niemand bevormundet wird, dass alle fair und gleich behandelt werden und niemand einem anderen Schaden zufügt. Vermutlich könnte man das unter psychologische Nachhaltigkeit absprechen, wenn man in eine Schublade braucht.

Die Welt enkeltauglich machen

Beim Thema Nachhaltigkeit kommt bei mir auch der grüne Fußabdruck hinzu. Ich will meinen Kindern eine Welt hinterlassen, die besser ist, als die, die ich selbst vorgefunden habe. Interessanterweise habe ich festgestellt, dass nachhaltiges Leben auch den Geldbeutel schont, wenn man es richtig betreibt.

Bevor ich mein nachhaltiges Leben begonnen habe, habe ich mit großen Einschränkungen gerechnet und hatte richtige Vorurteile dagegen. Ich befürchtete, Ökotante zu werden Und nur noch in Birkenstock und Hanfklamotten rumzulaufen – nix für ungut.

Doch ganz im Gegenteil, man gewinnt deutlich an Lebensqualität, kann sich besser kleiden, das soziale Leben wird lebendiger und der Freundeskreis wächst, bei mir hat sich sogar der Arbeitsplatz verändert.

Was mir besonders wichtig ist, ist, kein Moralapostel zu sein sondern einfach Wege aufzeigen, wie man im Alltag Nachhaltigkeit leben kann, ohne dass man deshalb gleich zum Selbstversorger werden muss. Denn die Welt wird viel besser, wenn jeder ein bisschen etwas tut, als wenn jeder perfekt nachhaltig leben muss. Schlussendlich ist jeder für sein Leben und sein Gewissen selbst verantwortlich. Und manchmal muss man einfach Kompromisse machen, die man an anderer Stelle wieder ausbügeln kann. Besser also ein bisschen Nachhaltigkeit als Nachhaltigkeit mit Dogma.

Handlungsaufforderung durch Vorleben

Der Kindergarten

Dazu eine kleine Geschichte am Rande: meine kleine Tochter geht jetzt in den Kindergarten. Im Kindergarten wird den Kindern ein Ordner angelegt, in dem die jeweiligen Fortschritte in der Entwicklung dokumentiert werden. Nun brauchen die Erzieherinnen anscheinend für jedes Blatt Papier eine zusätzliche Prospekthülle, um es im Ordner abzuheften. Ich habe also die Erzieherinnen gebeten unsere Sachen einfach zu lochen. Nun ja, das kann ich jetzt nicht bei allen Eltern ändern. Will ich auch nicht, denn das ist Sache der Einzelnen wie sie das handhaben.

Ich kann aber den Kindergarten mit meiner eigenen Handlung einen Hinweis dazu geben, dass das aktuelle Verhalten so ökologisch nicht korrekt ist und dass da vielleicht etwas getan werden muss. Auch kann ich mit anderen Eltern darüber sprechen, wie ich die ganze Sache sehe. Doch werde ich deren Standpunkt deswegen nicht ignorieren oder verurteilen, sondern ich höre ihn mir gerne an. Und vielleicht kommen wir ja irgendwann zu dem Punkt, an dem der ganze Kindergarten plastikfrei ist.

Müll auf dem Land

Mal eine andere Geschichte: ich lebe auf dem Land. In einem recht kleinen Dorf. In diesem Dorf, das zu einer Gemeinde gehört, die sich zur Ökogemeinde entwickeln möchte, leben viele umweltbewusste Menschen. Doch hin und wieder fällt mir auf, wie viel Müll trotzdem bei uns auf den Straßen den Gehwegen herum liegt. Nicht zu schweigen von den Feldern. Jetzt kann man darüber viel schimpfen und mit den Fingern zeigen.

Oder man ist ein Beispiel für alle Kinder die hier den ganzen Tag herum rennen und sammelt einfach den Müll auf. Wenn ich mit meinem Kinderwagen spazieren gehe, hängt bei mir am Schieber immer eine Mülltüte, in die ich sämtlichen Müll packe, der mir über den Weg kommt. Natürlich hat die Gemeinde jetzt nicht die Ressourcen, dass sie für jedes Dorf einen Müllsammler einstellen kann. Aber hey sorry, dann übernehmen ich als Einwohner die Verantwortung und trage den Dreck weg, der anfällt. Sind jetzt nicht 5 t, das kann man im eigenen Haus mit entsorgen. Mittlerweile sind sogar ein paar weitere Mamis mit im Boot und sammeln fleißig Müll auf.

Der Einkaufszettel

Oder zum Thema einkaufen: wie oft geht man quasi unvorbereitet in einen Laden, obwohl man genau weiß, was man kaufen will. Denn schließlich hat man ja einen Einkaufszettel, den man abarbeitet. Easy, hier einfach eine Stofftüte mitzunehmen oder einen Gemüsebeutel. So spart man Verpackung, und arbeitet damit an der eigenen Nachhaltigkeitsbilanz.

Tipps für den Alltag

Infografik zum Thema Nachhaltigkeit

Das sagen meine Freunde

Ich habe auch ein paar Freunde zum Thema Nachhaltigkeit interviewt:

Hier kommst du zum Interview mit Martin Georg Kiechle

Hier kommst du zum Interview mit Margret Weihrauch

Das ist also meine persönliche Einstellung. Wenn du damit klarkommst, bist du auf diesem Blog richtig. Teile den Artikel, wenn er dir gefällt. <3