Palmöl: Ein zu Recht umstrittener Rohstoff

Palmöl

Palmöl ist ein Rohstoff, der zu Recht umstritten ist. Denn ein Großteil des in europäischen Konsumprodukten eingesetzten Palmöls stammt leider aus zweifelhaften Quellen. Dabei reicht die Problematik der Palmölgewinnung von der Abholzung des Lebensraums bedrohter Tierarten wie Orang Utans über Umweltverschmutzung und -zerstörung bis hin zu krebserzeugenden Inhaltsstoffen in raffiniertem Palmöl.

Einer der größten Palmölkonsumenten ist der Tank von Kraftfahrzeugen. Hierfür wird der Rohstoff – und jetzt bitte festhalten – in Höhe von 5 % dem Benzin beigemischt! Und zwar weltweit. MEHR INFOS

Deutschland verbraucht jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen Palmöl. Es steckt in etwa jedem zweiten Supermarkt-Produkt. Ganz vorn mit dabei sind Naschwerk und fertige Backwaren. Die großen Lebensmittelkonzerne ändern ihre Strategie jedoch trotz internationalem Aufschrei nicht. Daher ist es wieder einmal am Konsumenten, Palmöl aus diesen Quellen zu meiden.

Ölpalmenextrakt ist ein kritisch zu hinterfragender Rohstoff

Gibt es keinen Ersatz für Palmöl?

Auf der Suche nach Ersatz zu diesem Rohstoff konnte leider bisher kein Ersatz in zufriedenstellender Qualität und Wirkung gefunden werden. Doch die Lösung für das Palmöl-Problem liegt nicht allein darin, auf andere Öle zu setzen. Denn die Ölpalme ist sehr ertragreich: Für die Ausbeute von einem Hektar Palmölfeldern bräuchte man 3 ha Rapsfelder, 4 ha Sonnenblumenfelder, knapp 5 ha Sojafelder oder 7 Hektar Kokospalmenfelder. Palmöl also im großen Maßstab einfach durch Sonnenblumenöl zu ersetzen löst das Umweltproblem nicht. Die Bewirtschaftung von so viel Land würde deutlich zu Buche schlagen mit leidender Wasserqualität, einem erhöhten CO2-Verbrauch sowie Landbewirtschaftung für Körperpflegeprodukte zum Nachteil von Lebensmitteln.

Gibt es „gutes“ Palmöl?

Viele Unternehmen suchen daher nach „besserem“ Palmöl. Unter Anderem mit Hilfe des 2004 ins Leben gerufenen „Roundtable for Sustainable Palm Oil“ (RSPO). Trägt ein Produkt das Zertifikat des RSPO, wird auf den Plantagen freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte getan als gesetzlich vorgeschrieben.

Zu Recht wird die massive Anpflanzung von Ölpamenplantagen in Monokulturen kritisiert. Diese werden jedoch nicht für verschwindend geringe Mengen an Palmitinsäure für die Kosmetikindustrie angelegt. Hauptnutzer dieser Ölplantagen sind Biodiesel, Waschmittel und Fette für die Lebensmittelindustrie (Margarinen, Kuchen, etc).

Wieviel Palmöl ist in einer Gesichts-Creme enthalten?

Eine Gesichtscreme enthält etwa 0,05 % Ascorbylpalmitat. Die Hälfte dieses Moleküls besteht in etwa aus Palmitinsäure. Verbraucht man 12 dieser Cremes (ausgehend von 50 g) jährlich, verbraucht man gerade mal etwa 1,5 g. Im Vergleich dazu enthält ein einziges Croissant die zehnfache Menge an Palmöl.

Quellen:

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-analyse-immer-noch-palmol-aus-regenwaldzerstorung-globalen?match=e&gclid=CJHXqdHestMCFcIp0wodz14GjQ

Geschrieben von Isabelle