Übersäuerung des Körpers – ein Mythos?

Was bedeutet Säure-Basen-Haushalt überhaupt? Kann der menschliche Körper übersäuern? Wie kann er in Schieflage geraten? Und was kann ich dagegen tun und wie kann ich das alles wieder in die Bahn lenken? Dies und mehr erfährst du in diesem Artikel.

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Kann eine Übersäuerung des Körpers gemessen werden?

Der menschliche Körper ist ein sehr komplexes Konstrukt. Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind sich einig, dass er noch lange nicht zu 100 % erforscht ist. Doch was wir wissen, ist, dass der Körper überall unterschiedliche PH-Werte aufweist. Diese PH-Werte können sauer oder auch basisch sein.

Um eine Übersäuerung des Körpers nachzuweisen wird in der Regel eine PH-Messung des Urins mit Teststreifen vorgenommen. Doch zum Einen ist eine Messung immer eine Momentaufnahme. Um wirklich eine Aussagekraft zu bekommen müsste man den PH-Wert des Urins regelmäßig messen. Zum anderen beeinflusst die Ernährung direkt den PH-Wert des Urins: vorwiegend vegane Ernährung führt zu leicht basischem Urin, wenn wir Tierprodukte zu uns nehmen ist der Urin sauer.

Auch im Blut kann man die Übersäuerung des Körpers (hoffentlich) nicht nachweisen. Wäre das möglich, so müsste man mit einem recht großen Problem rechnen. Die Messung und der Nachweis im Urin und im Blut ist nun also nicht sinnvoll, darum wird von manchen davon ausgegangen, dass basische Ernährung völliger Blödsinn ist.

Wir wollen uns jetzt einmal genauer mit dem Säure-Basen-Haushalt befassen und uns ein genaueres Bild von der komplexen Thematik machen.

Symptome einer Übersäuerung

Wie stellen wir nun fest, ob wir übersäuert sind? Und vor allem, was sind die Auswirkungen von einer Übersäuerung? Und was genau ist nun mit Übersäuerung gemeint?

Die Symptome einer Übersäuerung sind Antriebsschwäche, rasches Ermüden, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkbeschwerden und Probleme der Haut. Wenn du diese Symptome bei dir feststellst, sieh dir die Ursachen der Übersäuerung an. Überlege dir, ob dein Lebensstil eventuell deinen Säure-Basen-Haushalt in Schieflage bringt.

Ursachen der Übersäuerung

Die häufigste Ursache einer Übersäuerung ist unsere Ernährung. Oft ist diese sehr eiweiß- und kohlehydratlastig und enthält viele tierische Komponenten. Zu maximal 20 % besteht die Ernährung auf unseren Tellern aus Obst, Gemüse und Kräutern. Bei der Verdauung dieser Nahrung entstehen Säuren.

Um diese wieder abzubauen benötigen wir viele wertvolle Nährstoffe, die unser Körper in Mineral-Depots speichert. Füllen wir diese nicht durch den basischen Teil der Ernährung wieder auf, kommt es hier zu einer Entleerung und wir übersäuern. Sind die Speicher leer, kann der Körper in Schieflage geraten. Knochen und Skelettmuskeln werden als Notspeicher abgebaut, Kalium reichert sich im Blut an, was sich negativ auf das Herz auswirken kann. Die Qualität von Haut, Haaren und Nägeln nimmt ab, die Haut trocknet aus und neigt zu Unreinheiten, das Haar wird stumpf und die Nägel brüchig. Es kann zu Aufmerksamkeitsstörungen, Antriebsschwäche und Stimmungsschwankungen kommen.

Die zweithäufigste Ursache einer Übersäuerung ist Stress. Die Hektik im Alltag, im Job, versetzt uns in Stress. Dadurch steigen unsere Herz- und Atemfrequenz. Die Produktion von Hormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol wird angeregt. Der Abbau dieser Hormone setzt Säuren frei. Durch die schnelle Atmung werden freie Radikale werden im Körper angehäuft. Um diese zu neutralisieren greift der Körper ebenfalls auf die Depots zurück.

Dritthäufigste Ursache ist mangelnde Bewegung. Wird unser Bewegungsapparat nicht bewegt, so entsteht Milchsäure. Auch um diese zu neutralisieren greift der Körper auf seine Speicher zurück.

Säure-Basen-Haushalt optimieren: Behandlung der Übersäuerung

Um seinen Säure-Basen-Haushalt wieder in Ordnung zu bringen, sollte man die drei Hauptursachen der Übersäuerung eliminieren. Eine überwiegend basische Ernährung bildet hier einen grundlegenden Baustein. Der zweite Baustein ist Ausgleich oder besser die Vermeidung von Stress. Die dritte Säule ist, sich ausreichend zu bewegen.

Wie ernähre ich mich basisch?

In der Säure-Basen-Lehre wird in säurebildende Lebensmittel, basenbildende und ein paar wenige neutrale Lebensmittel unterschieden. Hier wird die Auswirkung auf unsere Verdauung betrachtet: Lebensmittel, die Säure bilden und unsere Mineralspeicher leeren und Lebensmittel, die diese Mineralspeicher auffüllen.

Saure Lebensmittel sind tierische Produkte, Getreide und Zucker. Zudem auch Getränke wie Softdrinks, Alkohol und Kaffee.

Basische Lebensmittel hingegen sind Obst, Gemüse, Kräuter (beispielsweise in Tees oder grünen Smoothies), Pilze, Sprossen, Nüsse und Samen. Diese Lebensmittelgegenüberstellung finden wir in nahezu allen Ernährungsratgebern als gesunde und ungesunde Lebensmittel.

Gibt es Nahrungsergänzung oder Hausmittel, die helfen?

Welche Mittel schaden eher, welche sind nützlich?

Das ist relativ einfach zu beantworten, kennt man nun die Grundlage der Säure-Basen-Lehre. Basische Ernährung im Allgemeinen ist ebenso nützlich wie Heilkräuter und Tees. Diese liefern dem Körper zahlreiche Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe und Spurenelemente, die er benötigt um fit und gesund zu bleiben.

Schädlich hingegen sind Mittel, die aktiv mit basischen Mitteln punktuell ins Geschehen im Körper eingreifen.

Natron als Heilmittel?

Betrachten wir beispielhaft die Einnahme von Natron, dem gelobten Hausmittel, auf das schwört nämlich Peter. Peter hat, wieder einmal, zu viel gegessen. Als Aperitiv hat er sich einen Martini gegönnt. Dann gab es eine leckere Flädlessuppe, als Hauptgericht Schweinshaxe mit Blaukraut und Knödel mit leckerer Bratensoße. Um das gute Essen hinunterzuspülen, hat Peter dazu zwei Weißbier getrunken. Zum Nachtisch gab es dann noch ein Eis, hinterher Kaffee und einen Verdauungsschnaps. Er hat also das komplette Spektrum an säurebildender Ernährung ausgeschöpft.

Nun geht es ihm schlecht, er fühlt sich voll, matt, müde und muss aufstoßen. Außerdem bekommt er Sodbrennen. Peter geht nun also in die Küche, nimmt sich ein Glas Wasser und löst darin einen Teelöffel Natron auf. Sofort hört das Sodbrennen auf. Peter fühlt sich bestätigt. Doch kurze Zeit später muss er wieder aufstoßen, es geht ihm wieder wie vor dem Glas Natron.

Was ist passiert? Natron, eine Base, landläufig auch Lauge genannt, neutralisiert die Magensäure. Diese Säure wird jedoch vom Magen benötigt, um die fettige Nahrung zu verdauen, sie zu zerlegen und zum Weitertransport vorzubereiten. Kippt man nun Base in die Säure, entsteht in Folge einer chemischen Reaktion Kohlendioxid. Man muss aufstoßen. Ist der Magen voll, spürt man die Magensäure während des Aufstoßens in der Speiseröhre. Die Magensäure ist nun neutralisiert durch die Lauge und kann nicht mehr ihren Wesentlichen Teil der Verdauung erledigen.

Peter hat also mit der Zugabe von Lauge direkt in seine Verdauung eingegriffen und diese unterbunden. Die Folge: Der Magen muss wieder Säure produzieren. Tut Peter dies nun regelmäßig, so produziert der Magen immer mehr Säure. Dadurch verschlimmert er das Problem, anstatt sich zu helfen.

Natron kann der Körper selbst herstellen. Es ist im Übrigen auch ein wichtiger Teil des Puffersystems, das den Säure-Basen-Haushalt aufgreift. Doch punktuell eine Übersäuerung mit Natron zu behandeln, ist nicht die richtige Lösung. Auch wenn sie chemisch betrachtet sinnvoll erscheint, muss man immer im Hinterkopf behalten, dass der menschliche Körper ein biochemisches komplexes Wunderwerk ist und kein Reagenzglas.

Was ist nun dran an dem Mythos Säure-Basen-Haushalt?

Messbar ist eine Übersäuerung mittels Teststreifen nicht. Doch sie deshalb ins Reich der Mythen zu verbannen, ist falsch. Die Symptome einer Übersäuerung können durch basische Ernährung, weniger Stress und mehr Bewegung ausgeglichen werden. Dies liegt in der Ursache, dass unsere körpereigenen Puffersysteme so aufgefüllt werden können.

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